Atelier Großmann in Falkenthal

 

LEBENSMITTELPUNKT UND KREATIVORT

Im Dorf Falkenthal ganz in der Nähe des Schlosses Liebenberg hat sich Andrè Großmann einen Lebenstraum erfüllt. Schon lange hatte er nach einer, seinen Vorstellungen entsprechenden, Örtlichkeit gesucht – bis er schließlich auf den Vierseitenhof im Ortskern von Falkenthal stieß. Die noch gut erhaltene Bausubstanz gab den Ausschlag für den Städter, das ehemals bäuerlich genutzte Anwesen zu erwerben und mit neuem Leben zu füllen.

Eine gute Portion Lebensphilosophie teilt sich dem Neuankömmling bei einem Besuch des Gehöfts im Löwenberger Land mit. Man tritt durch das große Holztor und befindet sich augenblicklich in einer anderen Welt –  im Hof der vom Wohnhaus und Nebengelassen gebildeten, geschützt wirkenden Einheit. Hier steht gestalterisches Schaffen im direkten Zusammenhang mit bautechnischen Notwendigkeiten – wird Selbstversorgermentalität mit neuen Ausstellungsflächen im ehemaligen Kuhstall gekoppelt. Wenn für den Bau von Großprojekten wie zum Beispiel der „Bücherlinde“, ein plastisches Holz-Relief als Lesereservoir im Treppenhaus der Zehdenicker Linden-Grundschule, mehr Platz benötigt wird, verwandelt sich auch schon mal der Kunstausstellungsraum in eine Holzwerkstatt. Hier können je nach Bedarf und Auftragslage auch Bilder und Möbel restauriert werden.

 

ANGEKOMMEN IN DER DORFGEMEINSCHAFT

Projekte, wie Spenden sammeln für die dringenden Renovierungsarbeiten an der bauhistorisch wertvollen Fachwerk-Kirche im Ort, werden hier erdacht und umgesetzt. Hierfür gestaltete Andrè Großmann einen Linolschnitt des Bauwerks, der zum Erntedankfest verkauft wurde. Außerdem lud er Kinder ein, sich selbst mal als Künstler zu versuchen und Linloschnitte anzufertigen. Für den Städter bedeuten solche Aktionen auch, sich ein Stück mehr ins Dorfleben zu intregieren.

 

PROJEKT GUERNICA

Ein weiteres künstlerisch – soziales Projekt des Falkenthalers befasst sich mit den politischen Hintergründen der Region Oranienburg, insbesondere während des Zeitraums von 1933 bis 1945.

Pablo Picasso, 1937 „Guernica“

Es zeigt die herausragende Bedeutung des militärisch-industriellen Komplexes in Oranienburg in der Zeit des Nazi-Regimes. Das waren im wesentlichen die Auerwerke, die Heinkel-Flugzeugwerke und später während des zweiten Weltkrieges die als „Arbeitskräfte“ missbrauchten Internierten vom Konzentrationslager Sachsenhausen.
Die Auerwerke forschten an der Herstellung von spaltfähigen Uran 235, um eine deutsche Atombombe herzustellen. Das Konzentrationslager Sachsenhausen war für die Versorgung von Arbeitskräften geplant – während die deutschen Arbeitskräfte einberufen wurden. Die Heinkelwerke konzentrierten sich auf den Bau von Bomber- und Jagdflugzeugen. Der dezentrale Bau der Heinkelwerke um Oranienburg bestätigt, dass ein Krieg eingeplant war und die Bombadierung erschwert werden sollte. In dem Heinkelwerk Warnemünde und später auch im Heinkelwerk Oranienburg wurde der Bomber He 111 hergestellt. Am 26. April 1937 wurde mit diesem Typ Bomber als Generalprobe die kleine Stadt Guernica mit hunderten von Menschen vernichtet.

 

 

 


NEUE NUTZUNG IM ALTEN GEWAND

Das Künstler-Anwesen im Linolschnitt

Tauchen Sie ein in die Atmosphäre des Anwesens. Entdecken Sie die künstlerische Einheit von Exponaten und Ausstellungs-Ort im ursprünglich belassenem Charme des ehemaligen Kuhstalls. Im alten Dorfkern von Falkenthal scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Wer aber genauer hinschaut, erkennt die vielfach neue Nutzung im alten Gewand.

 

 

 

 

Videoclip von Lisa Grossmann


Titelbild. Atelier im Kuhstall  © Fotos: Großmann / Haddenhorst

ANDRÉ GROSSMANN


 

 

Auch Tochter Lisa tritt bereits in die kreativen Fußstapfen
– als Manga-Zeichnerin.

Lisa C. Großmann

lisa.c.grossmann@gmail.com