Atelier Hans-Peter Klie in Kolochau

 

Zeitgenössische Kunst auf dem Land – alles andere als dörflich

Ausstellung „Synopse“, 2016 ©Herbert Weber


Dorfanger mit Dorfteich, Kirche, Herrenhaus – in dem sich heute ein Dorfmuseum befindet – Pferde auf der Weide, gackernde Hühner, blökende Schafe – Kolochau ist ein typisches Brandenburger Dorf inmitten einer weiten Landschaft.

Neben der Kirche das Pfarrhaus – ein schlichter Quader und noch mit DDR-Einheitsputz. Doch was sich hinter diesem unscheinbaren Äußeren verbirgt, ist alles andere als typisch dörflich: Zeitgenössische moderne Konzept- und Installationskunst. „Das hätte ich wirklich nicht erwartet“ staunte der Fernsehreporter des RBB, als er 2017 für einen TV-Beitrag den Künstler Hans-Peter Klie in seinem Atelier und Ausstellungshaus in Kolochau besuchte.  „Das ist so avantgardistisch, das könnte glatt in Berlin stehen.“

Atelier, Galerie und Archiv im ländlichen Raum eingerichtet

Ausstellung „Synopse“, 2016 – Besucher betrachten den „Beichtstuhl“

Das tut es, und tut es nicht – einerseits finden sich Fotoarbeiten Klies in der Sammlung der Berlinischen Galerie, andererseits hat er auf dem Land Atelier, Galerie und Archiv eingerichtet.

„Kolochau hat einen Charme, der sich außerhalb von Landpartien erschließt. Es ist unspektakulär und hat deshalb für mich einen besonderen Reiz. Ohne zu übertreiben, ist das Künstlerdasein ja eines, das Ruhe und Konzentration braucht.“

 

Synopse – Arbeiten aus vier Jahrzehnten

Videoinstallation „Wie die Bilder nichts wären“

2014 erwarb Hans-Peter Klie das Pfarrhaus im Süden Brandenburgs bei Herzberg/Elster und baute es 2015 aus. 2016 zeigte er unter dem Titel „Synopse“ eine Zusammenfassung seiner Arbeit mit Beispielen aus vier Jahrzehnten seines Schaffens. Es folgte die kritische Ausstellung „Wie die Bilder nichts wären“ zum Luther-Jahr 2017 und „Philosophische Perspektiven – Konzeptuelle Fotografie“ über den Wahrheitsgehalt von Fotografie im Jahr 2018.

5 Jahre in Kolochau

2020, aus dem Anlass „5 Jahre in Kolochau“, wird er Ausschnitte seines fotografischen Werks der Jahre 1992 – 2002 zeigen. In diesen zehn Jahren entstanden rund 250 Fotoserien sowie Einzelarbeiten, die vorwiegend mit analogen, klassischen Techniken als Handabzüge auf Barytpapier umgesetzt wurden.

In der aktuellen Präsentation, einem REMIX aus elf früheren Arbeiten, zeigt Klie diese in einem neuen Zusammenhang. Die Fotos zeigen dabei deutlich ihre Herkunft, bleiben aber Fragmente und werden zum Bestandteil von etwas Neuem. Indem sie als Teil einer raumgreifenden Installation interpretiert werden, wachsen sie über ihren ursprünglichen Kontext hinaus. Inhaltlich stehen nun Begriffe wie „Wirklichkeit“, „Erkenntnis“, „Zeit“ und „Aura“ im Fokus.

REMIX REMAKE gerät zu einer Versuchsanordnung, die das, was man Zukunft oder das Mögliche nennt, in den Blick nimmt.

Philosophisch gesehen gilt es, diese Offenheit und Undefiniertheit am Leben zu halten – genauer: Das Denken am Leben zu erhalten.

Ausstellung vom 25.04. – 17.10.2020

Eröffnung der Ausstellung:
Samstag, 25.04.2020

16.00 Uhr:  Sektempfang in der Ausstellung

Einführung: Barbara Straka, Kunsthistorikerin, Potsdam

 

Open Studios Brandenburg am 3.5.2020

Ausstellung geöffnet 11.00 -18.00 Uhr

14.00 und 16.00 Uhr – führt Hans-Peter Klie durch die Ausstellung REMIX REMAKE und präsentiert Künstlerbücher der letzten Jahre.


Alle Fotos und Reproduktionen ©Kunst&Archiv / Text Corinne Ullrich
Titelbild: „Photographie de la pensée“ – Wandinstallation

 

KUNST&ARCHIV

Hans-Peter Klie

Dorfstraße 13
04936 Kolochau

geöffnet nach Vereinbarung

0163-970 26 57

klieart@gmx.de

www.hans-peter-klie.de/aktuelles