Atelier Matthias Zágon Hohl-Stein in Karwe

 

Dem Wagenden hilft das Glück

Matthias Zágon Hohl-Stein blickt auf einen abwechslungsreichen Lebensweg zurück. In der Stadt Koblenz, in der er 1952 geboren wurde, lebte er nur wenige Jahre. Auch Eisenach, wo er nach der Trennung der Eltern aufwuchs, verließ er, um seinen Werdegang in Potsdam und Berlin fortzusetzen. 1992 kam er aus Berlin nach Karwe und brachte die Ruppiner Kunstszene in Bewegung. Er ist ein vielfach talentierter und engagierter Künstler, ist Bildhauer, Maler, Grafiker und Buchgestalter.

Ein Sehnen – hin zur Kunst

In Potsdam arbeitete er zur DDR-Zeit als Grafiker im Hans-Otto Theater. Nachdem er dort keine Wohnung fand, wechselte er nach Berlin, wo er bei der christlichen Stephanus-Stiftung ebenfalls als Grafiker tätig war. In dieser Zeit gestaltete er auch Flugblätter für die Friedensbewegung am Prenzlauer Berg. Doch durch seine zunehmend kritische Sicht auf die DDR folgten Ausstellungs- und Arbeitsverbote. Daher entschloss er sich, einen Ausreiseantrag nach Westberlin zu stellen, welcher im Januar 1984 auch genehmigt wurde. Gleich nach dem Wechsel beteiligte er sich an einem Kunstwettbewerb zum Thema „Künstler überwinden die Mauer“ – ausgeschrieben von dem Museum am Checkpoint Charlie – wo er den ersten Preis gewann. Im Westteil Berlins arbeitete er für eine große Werbeagentur und gestaltete unter anderem Plakate für die SPD. Seinen Weg zur Kunst beschreibt er als einen Ablöseprozess. „Es war ein Sehnen – Stück für Stück hin zur Kunst“

„Parzival am See“ – Ein Wahrzeichen Neuruppins

Parzival, 1998, Edelstahl

Als er zusammen mit seiner Frau den künftigen Lebensort, die Schäferei in Karwe bei Neuruppin entdeckt, findet sein Wunsch Erfüllung, als freischaffender Künstler tätig zu sein. Er richtet sich ein Atelier ein und beginnt neben dem Schaffen von Skulpturen und Plastiken, mit dem Malen in kräftigen Farben – vorzugsweise in einem tiefgründigen Rot, zudem fertigt er Vlies-Bilder und bearbeitet Holz mit der Kettensäge.

 

Mythologische Themenwelt

In seiner Kindheit beeindruckten ihn Geschichten über das Mittelalter und aus der Mythologie. Die Suche nach Metaphern beflügelt sein künstlerisches Schaffen. Ob die riesige Stahlskulptur des Parzival an der Uferpromenade von Neuruppin oder die Holzplastik des Ikarus sowie des Phinaeus oder eines Seeungeheuers – oft setzt Zágon Hohl-Stein Bezüge zu christlichen oder mythologischen Themen.

Büchse der Pandora (r.) Terra Incognita (l.)

Nach der Wende nutzte er die nun im ländlichen Atlier entstandenen neuen Möglichkeiten, um auch größere Projekte, wie z.B. die 17 m hohe Großplastik „Parzival am See“ (1998, Neuruppin) oder die „Seeschlacht“ (2000, Wustrau) zu verwirklichen.

Eine Entfesselung – das Entstehen neuer Bilderwelten

Freiluftgalerie auf dem Karwer Waldgrundstück

Heute liebt er es, bestimmten Strukturen nachzugehen und abzuwarten, bis die Eigendynamik sich entwickelt. „Das ist wie eine Entfesselung, dieses Entstehen einer ganz neuen Bilderwelt. Das immer wieder zu erleben ist wie eine Sucht für mich.“ Und es treibt ihn an. Sein Werk ist immens – sein Motto: „Kunst ist Tat, nicht Kontemplation“ steht seiner Webseite voran.
Bei seiner Arbeit hält er es mit dem englischen Maler Francis Bacon. Der Künstler hat die Aufgabe, das vorgefundene Geheimnis noch zu vertiefen. „In einer enttabuisierten Gesellschaft möchte ich gegensteuern, die Dinge verrätseln“, beschreibt er seinen Ansatz.

Die eigens gebaute Galerie im Waldgarten

Die Gartengalerie

Auf dem in einem Wäldchen gelegenen Grundstück in der Alten Schäferei in Karwe versammeln sich Skulpturen und Modelle aus Stahl, Holz und Stein: Ikarusse, Vogelwesen, Windgeister, Jahresfische, Köpfe, sogar ein Fontane und das Modell der Seeschlacht in Wustrau. Die kleine Galerie im Zentrum des Kunstgartens präsentiert dem Besucher zahlreiche Vliesbilder, Malerei und Skulpturen zur vielseitigen Themenwelt des Künstlers. Das Anwesen wird umschlosssen von einem Kunstweg, auf dem sich ca. 80 Betonskulpturen befinden, welche in diversen Symposien entstanden sind.

Der umtriebige Künstler kann auf diverse Ausstellungen in aller Welt verweisen. So zum Beispiel in dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland, New York, dem Techno Germa, Djakarta, der Deutsche Botschaft in Athen. Aber auch Galerien in Berlin, Potsdam, Warnemünde oder Neuruppin zeigten seine Werke.


Fotos © M. Zágon Hohl-Stein | Fotos: Parzival, Gartengalerie und Freiluftgalerie © M. Haddenhorst | Titelbild: Narrenfisch | Text: M. Haddenhorst auf Basis von M. Zágon Hohl-Stein

Matthias Zágon Hohl-Stein

Atelier – Galerie – Werkstätten – Skulpturenpfad

In der Alten Schäferei 2
16818 Karwe

Tel.: +49-(0)152-01099 641
Mail: matthias@zagon-hohl-stein.net
Web: zagon-hohl-stein.net