Atelier Kirstin Rabe im Künstlerhof Frohnau

 

Kupferblau, 2016, Pigmente auf Holz, 30×30 cm

 

Kirstin Rabes künstlerische Arbeit bewegt sich in den Bereichen Malerei und Raumobjekt, ihre Zielorientierung ist materialbezogen und prozessorientiert. 

In der Malerei ist ihre Intention Lichtphänomene in Form von Wolkengebilden, bzw. Zooms in den Himmel festzuhalten.

Kirstin Rabe erschafft außerdem monochrome Farbobjekte. Diese basieren auf der Arbeit mit reinen Pigmenten, welche auf einen Objektträger (Holz, MDF oder auch Papier) mit einem Metallspachtel aufgetragen werden.

Das Auftragen als solches benötigt viel körperliche Energie, denn erst wenn Teile der Oberfläche bestimmte Texturen aufweisen ist der Arbeitsprozess beendet. Ein Kontrast zwischen polierter, glänzender Oberfläche und der tiefer liegenden Fläche, die nicht mit dem Spachtel bearbeitet wurde und sich den pudrigen Charakter der Pigmente bewahrt hat, entsteht.

Seit einigen Jahren hat sie für sich den Werkstoff Papier entdeckt, sie schöpft Papier und formt es in einem neuen Kontext um zu Bild- bzw. Wandobjekten. Kirstin Rabe benutzt u.a. recyceltes Zeitungs- und Altpapier. Sie schätzt Weggeworfenes und Überflüssiges als wertvollen Rohstoff für ihre selbstgeschöpften Papiere.

 

Reliefartige Gebilde aus selbstgeschöpftem Papier

Die neu entstandenen, unregelmäßig geformten und mit Pigmenten und Tusche angereicherten Blätter werden von der Künstlerin sogleich wieder zerteilt. Die so hergestellten Streifen legt sie vertikal, waagerecht oder auch spiralförmig über- und hintereinander, so dass teils raumhohe Schichten entstehen. Die reliefartigen Gebilde können unterschiedlich im Raum gestaffelt oder an der Wand präsentiert werden.

Horizonte, Detail, 2018, handgeschöpftes Papier, 40 x 70 cm

Obwohl ihre Oberflächen zunächst geschlossen und fest erscheinen, zeigen die Objekte auf den zweiten Blick ihre besonderen Qualitäten: Subtile Nuancierungen von Farbe und Textur des Materials sowie Kontraste zwischen weichen Oberflächen und messerscharfen Kanten des Papiers werden sichtbar. Die gebrochenen, wellenförmigen Linien der zahllosen Papierebenen suggerieren konstante Bewegung. So schafft die Künstlerin wandelbare Landschaften von großer Anziehungskraft.

Innerer Antrieb zur Reduktion

Spirale 4, 2017, handgeschöpftes Papier, 50 x 50 cm

„Fasziniert vom Erschaffen und Neuformulieren spielen für mich Licht, Farbe und auch das Verhältnis von Bewegung und Ruhe eine zentrale Rolle. Dieses geht einher mit meinem inneren Antrieb zur Reduktion.“

1971, in Hamburg geboren, studierte Kirstin Rabe zunächst Vermessungswesen an der Fachhochschule in Hamburg. Nach einem mehrjährigen, inspirativen Aufenthalt in Südkorea ging die diplomierte Ingenieurin 2007 den Weg zur Kunst und absolvierte ein akademisches Kunststudium in Berlin. Inzwischen lebt Kirstin Rabe in Schildow/Brandenburg und betreibt ihr Atelier im Künstlerhof Frohnau, gelegen im Bezirk Reinickendorf, im äußersten Norden von Berlin. In dem ehemaligen Waldhospital residieren seit 1998 mehr als 30 Künstler jeglicher Sparten.

Kirstin Rabe ist Mitglied im BVBK, der GEDOK Berlin und der IAPMA (International Assoziation of Hand Papermakers and Paper Artists).


Titel: 12 Farben fürs Landarbeiterhaus, 2019, Installation im Landarbeiterhaus Kunstverein Die Brücke Kleinmachnow, Pigmente auf Holz,  je 20×20 cm, Foto © Corinne Holthuitzen-Habermann | Galerie: Schnürung 5, 2020, handgeschöpftes Papier 11 x 11 cm, und Schnürung 6, 2020, handgeschöpftes Papier 16 x 16 cm, Strata (schwarz), 2020, handgeschöpftes Papier 23 x 23 cm | alle Abbildungen © Kirstin Rabe | Text Kirstin Rabe

Kirstin Rabe

ATELIER
Künstlerhof Frohnau
Hubertusweg 60
13465 Berlin

mobil: 0170 7460618
mail: mail@kirstinrabe.de

www.kirstinrabe.de
https://www.instagram.com/kirstin.rabe/