Atelier Martin Gietz in Velten

 

Asphaltwalze wird zur Druckerpresse von Farbholzschnitten

„Neues aus Babylon” 2002/03, 122 x 200 cm

 

Martin Gietz hat und Kunst und Pädagogik in Berlin studiert und danach lange Jahre als Kunstlehrer gearbeitet. Bekannt wurde er durch diverse Druck- und Mischtechniken, wie die druckgraphischen Verfahren des Hochdrucks (Holz- und Linolschnitte), des Tiefdrucks (Radierungen) sowie des Flachdrucks (Lithographien), in denen er es zur Meisterschaft brachte.

Viele seiner Werke befinden sich in privaten oder staatlichen Sammlungen, wie zum Beispiel dem Kupferstichkabinett oder beim Neuen Berliner Kunstverein. Außerdem sind sie im Angebot der Graphotheken der Städte Berlin, Frankenthal und Halle vertreten. Als international gefragter Künstler wurden seine Werke bis nach Paris verschickt. Auch Galerien in Metropolen wie Hamburg und Berlin zeigten seine, in limitierter Auflage gefertigten, Drucke.

In seinem Veltener Atelier entwickelte er die Idee, großformatigen Farbholzschnitte zu gestalten, deren Maße durch keine Druckerpresse gehen. Ein Freund bot ihm an, zur Umsetzung eine Straßenwalze zur Verfügung zu stellen. „Wegen der öligen Druckfarbe muss die Walze ganz langsam über die Druckplatte fahren. Sonst kommt sie wie bei einer Bananenschale ins Rutschen“, beschreibt Martin Gietz die Tücken dieser Technik, deren Beherrschung so manches Experimentieren und neues Denken erforderte.

Die Mega-Drucke, die dabei entstehen, sind mit so vielen Details ausgestattet, dass Betrachter eine lange Zeit, von den farbintensiv dargestellten Ansichten fasziniert, vor den Bildern verweilen. Seine Themen sind Landschaften und Industriebauten sowie das Chaos der großen Städte mit den darin lebenden Menschen. Das Lebensgefühl der Großstadtbewohner steht in seinen Werken oft im Vordergrund.

Spektakuläre Kunst-Aktion im Kremmener Scheunenviertel

Diese Aufsehen erregende Kunst-Aktion war zuletzt im Rahmen der „offenen Ateliers“ vor den Backsteinbauten des  Kremmener Scheunenviertel zu sehen. Auch in diesem Frühling zeigt Martin Gietz das Kunstevent vor seinem Atelier in Velten am ersten Mai-Wochenende, wenn die Brandenburger Künstler ihre Arbeitsstätten für das Publikum öffnen.

Die Reduzierätzung – Mehrstufigiges Ätzen von Metallplatten

 

Jüngst schrieb Martin Gietz, der schon seit seiner Jugend fasziniert war, von den verschiedenen Möglichkeiten der Anwendung und Kombination von Drucktechniken, eine Abhandlung über die Reduzierätzung.

Die eigene Druckerwerkstatt war sowohl für die Routine, als auch für den Erfahrungsschatz bei diesem Vorhaben  hilfreich.

Für ihn standen, bis in die 90er Jahre, neben der Lithographie und dem Linolschnitt, zunächst die Radierverfahren im Vordergrund.

Anschließend haben Holzschnitte und Möglichkeiten des Hochdrucks einen höheren Stellenwert eingenommen.

Letztendlich führten die Erfahrungen mit den Farbholzschnitten im Verfahren des Reduzierschnitts („Verlorene Form“, „Verlorene Platte“) in Verbindung mit dem Experimentieren bei den verschiedenen Ätztechniken, die beim Anfertigen von Radierungen angewendet werden können, zur Entwicklung des Verfahrens der Reduzierätzung.


Alle Fotos und Reproduktionen © Martin Gietz | Portraitfoto @ Petra Steinbeiß | Fotos: Kremmen @ Michael Haddenhorst | Text @ Gietz / Haddenhorst

Titelbild: „Big City”, 1998; Farbholzschnitt (3 Farben von der verlorenen Form), 104 x 185 cm; gedruckt mit Hilfe einer Straßenwalze

 

Martin Gietz

Berliner Straße 4
16727 Velten

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magietz@aol.com

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