Atelier Ulrike Hansen

 

Rapsfeld, 123 x 160 cm, 2018, Eitempera auf Leinwand

Ulrike Hansen schloß ihr Studium der Malerei an der Fachhochschule Köln, der Kunstakademie Düsseldorf und der Hochschule der Künste in Berlin als Meisterschülerin ab.

Zahlreiche Einzelausstellungen in Galerien und Kunsthäusern belegen ihren Stellenwert im Kunstbetrieb. Aber auch aus persönlicher Sicht gibt ihr Schaffen ein Zeugnis darüber ab, einen eigenen Stil, eine persönliche Note gefunden zu haben.

Farbenfroher Ausdruck – stimmungsvolle Klänge

Ist es die heitere Strahlkraft der oft wandfüllenden Gemälde. (Die Malerin nutzt Eitempera-Farben, die für hohe Leuchtkraft und Klarheit bekannt sind) oder verhilft dieses Andeuten, dieses im Ungefähren verweilen mit der Ulrike Hansen die perfekte Balance zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit hält, zur unverwechselbaren Konnotation?

Die Nähe und Distanz zum Bildmotiv im freien künstlerischen Austausch ist für Ulrike Hansen ein wesentlicher Bestandteil ihrer Malerei. In Selbstreflektion kommt sie zu folgender Erläuterung ihrer Vorgehensweise: „Aus den ersten Flecken und Pinselstrichen entsteht nach und nach ein Geflecht von Farben und Flächen, die sich miteinander verzahnen, verdichten und zu einem bestimmten Klang hinstreben. Das Bildthema verändert sich im Laufe des Malprozesses.

Die anfängliche Idee wird in Frage gestellt und wird teilweise kaputt gemalt, wenn sie zu fest geworden ist. Manchmal wird sie zu einer neuen Idee, geboren aus dem Malprozess, oder nach diversen Verwandlungen lande ich wieder bei meiner ersten Idee, die nun einige malerische Veränderungen auf dem Buckel hat.“

Sinnlicher Farbauftrag – zur Anregung der Vorstellungskraft

Vollmond, 80 x 100 cm, 2018, Eitempera auf Leinwand


„Viel ist da nicht drauf, jedenfalls weniger als man sieht“
, meint Jürgen Reichert ebenfalls malender Ehemann. Aber gerade durch den Verzicht an Ausformulierung, gewinnt das Bild an Lebendigkeit – es ruft etwas in uns ab.

Die mit suggestiver Leichtigkeit gemalten, skizzenhaften Bilder führen uns zu Elementarem: unter den Himmel, ans Meer, zu Horizonten, Wiesen und Bäumen.

Das wenige, was wir sehen regt die Phantasie des Betrachters an, löst etwas aus, was auf der Leinwand gar nicht zu entdecken ist. Es entsteht ein Wechselspiel aus Erinnerung, Erkennen und Wiederfinden. Jedes Bild ist eine ästhetische Erkundung, welche der Frage folgt, wieviel Offenheit die Gestaltung zulassen kann, ohne sich in einer bezugslosen Beliebigkeit zu verlieren. Hat man die Antwort darauf gefunden, kann das sich selbst überlassene Imaginieren beginnen.

Nach Eintauchen des Pinsels, hängt mehr als Farbe dran…

Kleine Regenlandschaft, 33 x 50 cm, 2018, Eitempera auf Leinwand


„…bevor ich die ersten Farbflecken setze, gebe ich einen lasierten Grundton, mal warm, mal kalt, je nachdem wie das Wetter draußen ist, wie ich im Moment gestimmt bin oder was meiner ersten Bildidee gerade entgegenkommt.“

Die Künstlerin konstruiert ihre Bilder aus einer flächigen Farbschichtung. Der Eigenwert der Farbe bestimmt die Ausdrucksqualität. Manche Teile ihrer Werke halten die Waage zwischen einer weitestgehenden Farbflächenkomposition und die auf das Notwendigste reduzierten Bezüge zur Wirklichkeit. Es ist das Gleichgewicht der diskreten Farbflecken, welches sie reizt in ihren Bildern auszuloten. Das Suchen nach der richtigen „Temperatur“, wie sie es nennt. „Genau diesen Prozess kann ich nicht vorhersehen, dafür gibt es kein Rezept. So kann es passieren, dass zum Beispiel Heuballenrollen auch schon mal verschwunden waren, der Himmel einmal rosa war, die Wiese war vielleicht ein Strand.“

1. Goldfischteich, 100 x 120 cm, 2018, Eitempera auf Leinwand

2. Möwe in Grau, 24 x 30 cm, 2018, Eitempera auf Leinwand

3. Staudengarten, 140 x 180 cm, 2017, Eitempera auf Leinwand


Titelbild: (Ausschnitt) Ständchen im Grünen, 120 x 200 cm, 2018, Eitempera auf Leinwand

 

ULRIKE HANSEN

Atelier

c/o Susanne Stühr
Neubarnimer Dorfstr. 24
15324 Letschin


ulrike-hansen.de