Montagssalon – Achtes Date

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Spielart und Resonanz – Das Fontane-Team denkt voraus

Während die Amsel im Birnbaum sang, blickte die halbe Mannschaft des Fontane-Festspiel-Teams, Uta Bartsch und Otto Wynen, zunächst zurück auf das Fontane-Fest 2018. Zu Pfingsten hatte es als Generalprobe für die prächtigeren Festspiele im Fontanejahr 2019 stattgefunden. Ein turbulentes Versteigerungstheater, das Finale des Fontane-Songcontests und besonders der nächtliche Walzer auf dem Schulplatz von Neuruppin waren die Höhepunkte, von denen die Salongäste schwärmten.

Man wolle Fontane karnevalisieren, rief Wynen aus. Eine Prozession und das Fontastische Manifest waren Zeugnisse dieses Anspruchs. Unter der beschwörenden Regie der vier Impressarios Uta Bartsch, Peter Böthig, Frank Matthus und Otto Wynen waren die Zuschauer zu Komparsen geworden, hatten sich zu tanzenden Komplizen gemacht.

Davon hätten noch mehr Bewohner der fast schon schlafenden Stadt Teil sein können, wenn die Öffentlichkeitsarbeit wirksamer gewesen wäre, gestanden Bartsch und Wynen selbstkritisch. Auch die Presse hätte der Veranstaltung mehr Rückenwind verschaffen können. Dass selbst ein solches Event um ein adäquates Echo in den Zeitungen ringen muss, erstaunte die Besucher des Montagssalons. Hotelchefin Martina Jeschke schlug vor, künftig eine Medienpartnerschaft einzugehen. Auch die Einladung prominenter Schauspieler zum Fontane-Lyrikprojekt steigere dessen Attraktivität. Diese Marketingidee war von Anfang an ein Volltreffer, bestätigte Uta Bartsch.

Das Konzept für die Festspiele hatte das Quartett 2010 geschrieben und erstmals umgesetzt. Die Reihe Neben der Spur stellt junge Autoren vor, die überall in der Stadt ihre Texte lesen. Als Europäisches Festival der Reiseliteratur soll sie in der deutschen Festspiellandschaft fest verankert werden. Der große Name setzt Phantasien für die weitere Entwicklung frei. 2019, beim Fest der Lebenslust, werden nahezu alle kulturellen Genres vertreten sein. Ein Boulevard der Poesie wird Atmosphäre stiften. Die Hoffnung der Veranstalter ist, damit ein größeres Publikum anzuziehen. Gerade aus der Landeshauptstadt und den benachbarten Bundesländern wünscht man sich mehr Beachtung. Thomas Thiessen warf ein, dass die Wahrnehmungssperre gegenüber den Aktivitäten in der Peripherie keine bewusste sei. Die Sichtbarkeit zu erhöhen, ist eine  Herausforderung, der man sich mit Originalität und Geduld stellen muss.

Für die Zeit nach 2020 gibt es ehrgeizige Ziele und den Wunsch, die Festspiele jährlich zu veranstalten. Die vier Macher orientieren sich an erfolgreichen Festivals in Krakau, Bath und Saint-Malo. Sie wollen Multimediales in hoher Qualität präsentieren. Und über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregen. Das Thema Zielgruppe griff Jens Kanitz auf und fragte den jüngsten Salongast, Musiktherapeutin Anna Kristina Menne, nach ihrem Interesse für die Festspiele. Sie lebe erst seit einem Jahr in Neuruppin und habe noch nicht alle  kulturellen Gefilde erforscht, sagte sie nicht ohne Neugier auf diesen Teil ihrer neuen Heimat.


Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft
Anlaufstelle Nordwest-Brandenburg
Predigerwitwenhaus Neuruppin, Fischbänkenstraße 8,
16816 Neuruppin
Ansprechpartner: Jens Kanitz, jens.kanitz@kreativagentur-brandenburg.de


Der Montagssalon findet regelmäßig jeden zweiten Montag in der Zeit von 17.00-19.00 Uhr in Neuruppin statt und wird organisiert von der Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft.