Montagssalon – Zehntes Date

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First Level – First Click:  Der Datenschutz  gehört auf Webseite 2

Der Wunsch nach Aufklärung zur europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) kam von den Salongästen. Sie waren seit dem 25. Mai verunsichert und begierig zu wissen, inwieweit sie die neuen Regelungen betreffen.


Welche Anforderungen ergeben sich aus der Verordnung? Welche Risiken drohen?


Die Agentur lud unverzüglich Spezialisten für Datenschutzmanagement ein.  Der Leipziger Jurist Marco Fischer hatte sich bewusst gemacht, wer an diesem Abend seine Klienten sein würden und konzentrierte sich auf die für kreative Einzelunternehmer relevanten Paragraphen. Er brachte seinen Kollegen Jörn Dornbusch mit, IT- und Netzexperte in der Kanzlei Maslaton.  Die beiden Rechtsanwälte waren sich nicht immer einig. Ihr Diskurs war von erstaunlich charakteristischer Qualität. Zwei Meinungen, mehrere Auslegungen waren der Standard. Verbindliche und weitreichende Konsequenzen aus der neuen Verordnung ergäben sich ohnehin frühestens nach den ersten Urteilen.

 

Datenschutz sei in einem Unternehmen ein fortwährender Prozess, betonte Fischer. Er beinhalte technische und organisatorische Maßnahmen (TOM), die einer ständigen Überprüfung und Korrektur bedürfen. Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern müssen einen Datenschutzbeauftragten benennen. Das klang für die Teilnehmer des Salonseminars zunächst nach einer Entlastung. Bis die Erkenntnis dämmerte, dass ein kleiner Unternehmer selbst die Anforderungen des Datenschutzes erfüllen muss. Er ist verpflichtet, die Erhebung personenbezogener Daten, ihre Archivierung und Sicherung zu dokumentieren.

 

Glücklicherweise erfassen Kreative keine Unmengen von Daten. Sobald sie jedoch eine Webseite betreiben, verarbeiten sie automatisch empfindliche Informationen. Dann ist es ihre Pflicht, ihr Verfahren der Datenverarbeitung zu veröffentlichen. Transparenz ist ein Gebot. Unter welchen Bedingungen der Versand von Newslettern an Privatpersonen möglich ist, beschrieb Dornbusch. Der Datenschutz stehe in diesem Zusammenhang in Konkurrenz mit dem Marketinginteresse eines Unternehmens.

 

Wenige Paragraphen nannten die Referenten. Häufiger sprachen sie einen Hinweis, eine Empfehlung, eine Beruhigung aus. Sie gaben den zahlreichen Fragen statt, beantworteten auch die, die Jens Kanitz im Auftrag von abwesenden Interessenten stellte. Abschließend mahnten die Referenten, die neue Verantwortung wahrzunehmen. Im Netz finde man Infoblätter und Mustervorlagen, beispielsweise beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht. Die TOMs könne man im Internet recherchieren und Datenschutzgeneratoren einsetzen.

 

Beinahe erleichtert federte eine Teilnehmerin zur Salontür hinaus. Sie war erlöst von der Sorge um die Veröffentlichung von Veranstaltungsphotos, auf denen Personen erkennbar sind. Ein anderer bedankte sich bei Fischer und Dornbusch, er habe ihre Ausführungen als „erschreckend hilfreich“ empfunden. Die Experten trösteten den Erschütterten mit dem schlichten Satz: „ Ist alles gar nicht so schlimm.“

 


Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft

Anlaufstelle Nordwest-Brandenburg
Predigerwitwenhaus Neuruppin, Fischbänkenstraße 8,
16816 Neuruppin
Ansprechpartner: Jens Kanitz, jens.kanitz@kreativagentur-brandenburg.de


Der Montagssalon findet regelmäßig jeden zweiten Montag in der Zeit von 17.00-19.00 Uhr in Neuruppin statt und wird organisiert von der Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft.

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