Music Campus – Die Musikbranche im Wandel der Digitalisierung

Kategorien Nachlese, News, Workshop

Erster Music Campus der Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft in Wiesenburg

Fluch oder Segen? Auch viele Jahre nach ihrer Einführung ist die Digitaltechnik in der Musikbranche umstritten. Doch wer heutzutage erfolgreich sein will, kann sich dem digitalen Wandel bei Aufnahmetechnik und Marketing nicht entziehen. Wie aber damit umgehen?

Antworten zu dieser spannenden Frage gab es auf unserem ersten Music Campus in Wiesenburg, mitten im malerischen Landschafts- und Naturpark Hoher Fläming, gut 100 Kilometer südwestlich Berlins.

Rund 30 Kreative und andere Akteure der Musikbranche waren unserer Einladung in Mal’s Scheune, Studio Wiesenburg, gefolgt, einer zu einem Aufnahmeraum und Veranstaltungsort im behaglichem Wohnzimmerambiente umgebauten Scheune, mit Zugang zum Schlosspark Wiesenburg.

Bei spätsommerlichen Temperaturen erlebten die Teilnehmer umsorgt von reizenden Gastgebern, dem Studiochef  Malcom St. Julian-Brown und der Musikerin Claudia Heinz, einen Tag voller Informationen über technische Entwicklungen und neueste Trends, gespickt mit vielen Anregungen für Vermarktung und Vernetzung. Klar im Vordergrund stand dabei die Idee, das Geschäftsmodell der Musiker, Veranstalter, Ensembles, Produzenten oder Studio-Betreiber zu schärfen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.


In einem ersten Panel diskutierten Marketingmanager Hans Hamacher,  Malcom St. Julian-Bown sowie Musikproduzent Jürgen Block über den Wechsel von der analogen zur digitalen Live- und Studiotechnik und welchen Vorteil Nutzer durch die vereinfachte Bedienung der heute deutlich preiswerteren Geräte haben.

Im zweiten Panel sprachen der Mediensoziologe Robert Seifert, der Gründer des Berliner Plattenlabels Private Records, Janis Nowacki, die Musikerin Claudia Heinz und Jürgen Block über die Veränderungen des Musikmarketings in Zeiten der Digitalisierung und das sich wandelnde Nutzungsverhalten der Rezipienten. Ziemlich einig waren sich die Referenten beider Panels, dass Fluch und Segen der neuen technischen Möglichkeiten dicht beieinander liegen und es einiger Erfahrungen bedarf, damit richtig umzugehen.


Die Techniknerds und -interessierten meldeten sich für das gut einstündige Gruppen-Coaching über die Digitalisierung bei Livesound und Aufnahmetechnik. Hier ging es vor allem um die Tonverarbeitung, an deren Anfang das Mikrofon steht. Hamacher, St. Julian-Bown und Block demonstrierten an der digitalen Stagebox und am Mischpult die Weiterleitung des Signals an Tonanlage und Bandmonitore. Ziel des Workshops war es, den Teilnehmern eine Orientierung in digitaler Livemusik-Präsentation und Recording zu vermitteln.

Großes Interesse galt dem Coaching durch die Kommunikationsberaterin Saskia Rienth, die den Zuhörern gute zwei Stunden lang aus ihrem südspanischen Aufenthaltsort per Skype wichtige Tipps für ein wirksameres Marketing gab. Dabei wurden Defizite des eigenen künstlerischen Profils und Schwachstellen des jeweiligen Onlineauftritts thematisiert. Die starke Beteiligung an diesem Workshop zeigte auch, dass viele Kreative noch Potentiale bei ihrer Vermarktung sehen.


Eine Jamsession von Gruppen und Musikern, die an den Workshops teilgenommen hatten, und ein Auftritt der Mal’s-Scheune-Band bildeten zum Abschluss des Tages den Rahmen für anregende  Gespräche und Vernetzungen .

Einhelliger Wunsch: Macht möglichst bald einen weiteren Music Campus!

 

© Malcolm St. Julien-Bown, Studio Wiesenburg
© Malcolm St. Julien-Bown, Studio Wiesenburg
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