Atelier Sue Hayward in Teltow

 

Konzentration auf den inneren Zustand

Asleep, 2017 Öl, Wachs, Damar, Acryl auf Leinwand, Gaze und Holz – 30 x 40 cm

 

Die bildende Künstlerin Sue Hayward stammt aus Australien. Dort hatte sie in Brisbane und Sydney Kunst studiert. Ihre Reise nach Europa sollte eigentlich nur ein kurzer Trip zu den eigenen Wurzeln werden.

Dass es anders kam, hatte seinen Ursprung in der Begegnung mit einem Mann, einem Deutschen – später dann hielt sie der wachsende Erfolg ihrer Kunst zunächst in Berlin, bevor sie dem Ruf ihres australischen Erbes folgte und erneut den Wohnort wechselte.

Eigentlich hatte sie jedoch nie vor, zu bleiben. Vielleicht ist es auf ihre Sehnsucht nach Weite und räumlicher Unbegrenztheit zurückzuführen, dass sie ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt vor vielen Jahren schon nach Teltow / Potsdam-Mittelmark verlegte. Hier, in einem Gartenhaus, der Nähe zur Berliner Kunstszene gewiss, hat sie ihr Atelier eingerichtet – mit der Möglichkeit hinter dem Anwesen auf Felder und Wiesen zu blicken.

 

Verwirrende Transparenz – tiefgründige Ebenen

Secret Thoughts, 2018 | Öl, Wachs, Damar, Acryl auf Leinwand, Gaze und Holz 190 x 130 cm

Sue Hayward Portraits verwirren und verzaubern. Die Gesichtshaut der Dargestellten scheint blass, fast weiß. Bei näherem Hinsehen wird ihre Transparenz deutlich. Durch das zarte Gewebe des Bildes schimmert eine weitere Ebene.

Der Malgrund wird an unerwarteten Stellen aufgebrochen. In der Regel an den Verletzlichen, wie am Übergang zur unverhüllten Haut. Dadurch verändert sich der Ausdruck des Gesichts, wenn sich der Betrachter bewegt, denn der Hintergrund verschiebt sich scheinbar in Beziehung zur Leinwand unterlegten, bemalten Gaze.

Als Arbeitsmittel stellt die Künstlerin eine halbflüssige „Malbutter“ genannte Masse aus Bienenwachs und Damar (Baumharz) her, die sie nicht mit dem Pinsel, sondern mit dem Spachtel aufträgt – in bis zu 20 Schichten. Ein aufwendiges und langwieriges Verfahren.

 

 

Thronende Vögel auf den Köpfen der Menschen

Swan Song, 2014 | Bronze mit farbiger Patina

Bei Bildern und gleichermaßen Skulpturen thronen Vögel auf den Köpfen der Menschen. Sie scheinen unmittelbar den Gedanken der Dargestellten zu entspringen. Es wird beinahe der Anschein eines Andachtsbild erweckt, zumal der Vogel „Ibis“, auch im Werk von Sue Hayward präsent, im alten Ägypten als Heiliger Vogel galt, Emblem des Heil- und Schriftgottes Thot.

Es geht ihr nicht um das reine Porträtieren, sondern ums Darstellen von Befindlichkeiten, Zuständen oder auch Beziehungen. Das wird besonders deutlich an den Bildnissen mit Attributen: den Tulpen auf dem Kopf eines Mannes und einer jungen Frau; dem australischen Strandläufer, einem Vogel, der sehr oft auch in früheren Bildern der Künstlerin eine Rolle spielt.

So schafft Sue Hayward mit ihrer Kunst eine verzauberte und wundersam entrückte Figurenwelt.

 

Denkmal für den Australien-forscher Ludwig Leichhardt

Ludwig Leichhardt Denkmal, 2013, Echtantikglas auf Sicherheitsglas

 

„Das spiegelt die Sehnsucht wider“, sagt Sue Hayward, die auch in Brandenburg ein Stück Heimat entdeckt hat – in der Person des Australienforschers Ludwig Leichhardt, der 1813 in Trebatsch (Oder-Spree) geboren wurde. „In Australien ist er total berühmt“ , erzählt sie.

Die Idee ihm ein Denkmal zu errichten hatte sie schon vor vielen Jahren. Zu seinem 200. Geburtstag hat das Land schließlich aus Lottomittel Geld zur Verfügung gestellt, um ihre Stele aus Glas und Stahl am Schwielochsee zu realisieren. Hier der Link zu Reiseland-Brandenburg, indem Anfahrt und Ort beschrieben werden.

 


Titelbild: Portrait II / Contemplative / Introspection | Alle Fotos und Reproduktionen © Sue Hayward

 

SUE HAYWARD

 

Oskar-Pollner-Straße 13
14513 Teltow

+49 (0) 33 28-33 24 82

info[at]suehayward.de

suehayward.de

Sue Hayward ist Mitglied der ArtEvent Künstlergruppe, die temporäre, ortsbezogene Kunst umsetzt.